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Bei den meisten fängt bei der Vermögensplanung nicht alles bei Null an. Sei es ein Sparvertrag, eine kleine Erbschaft, eine zu erwartende Erbschaft oder ein Vertrag zur betrieblichen Altersvorsorge. Für die Planung und Sicherung des eigenen Vermögens ist es daher sinnvoll, zunächst einmal Bilanz zu ziehen und sich über die einzelnen finanziellen Ziele im Klaren zu sein. Die meisten Menschen glauben, ihr Leben hinreichend geplant zu haben. Ausbildung, Berufseinstieg, Karriere, Familie, Hausbau, ect. Sieht man genauer hin, so stellt man fest, dass viele den 14tägigen Urlaub intensiver planen als das eigene Leben. Nicht viel anders sieht es bei der sozialen Sicherung des eigenen Lebens aus. Das Auto im Wert von vielleicht 20.000 EUR wird mit einer Vollkasko Versicherung gegen alle Eventualitäten abgesichert. Die Fähigkeit, das gewohnte Einkommen bis zum Ruhestand zu erzielen dagegen nur sehr zurückhaltend. Dabei liegt der Wert der eigenen Arbeitskraft je nach Alter und Ausbildung schnell bei ein bis zwei Mio. EUR (z.B. Alter 30Jahre, 50.000 EUR Brutto-EK: 35 Jahre Rest-Arbeitszeit x 50.000 EUR = 1.750.000 EUR). Wer sich mit seinen Zielen beschäftigt, wird schnell feststellen: Lebensplanung und Vermögensplanung sind zwei Seiten derselben Medaille und vor allem: gut investierte Zeit.
Aus der Historie heraus wird die Finanzberatung in Deutschland von den Versicherungsgesellschaften und den Banken dominiert. Es haben sich in den letzten Jahrzehnten zwar auch einige große (Struktur)-vertriebe auf dem Finanzmarkt behauptet, die mit einer unabhängigen Beratung werben, doch ist auch hier alles auf den Produkt-Absatz ausgerichtet. Ohne Vertragsabschluss verdient weder ein Versicherungsvertreter, noch ein Vermögensberater eines (Struktur)-vertriebes seine lebenswichtige Abschlussprovision. Ob eine solche Beratung immer im Interesse des Kunden liegt, ist fraglich. Andere –moderne– Beratungskonzepte, etwa durch freie und unabhängige Honorarberater haben sich in Deutschland bisher noch nicht durchsetzen können. Fast alle Versicherungsprodukte enthalten Vermittlungsprovisionen in Form von Abschlusskosten. So betragen die Abschlusskosten einer Kapitallebensversicherung bzw. einer Fondspolice i.d.R. zwischen 5% und 10% der zukünftig einzuzahlenden Beiträge. Ob diese Verträge den vorgesehenen Zeitraum überleben, spielt für den Vermittler nur in den ersten 5 Jahren eine Rolle. Danach ist er aus der Stornohaftung heraus.
Eine unabhängige Beratung, z.B. durch einen freien Finanzmakler muss nicht nur im Bereich der Produktauswahl unabhängig sein, sondern auch vom Konzept her. Dies kann allerdings nur dann gewährleistet sein, wenn die Beratungsleistung auch dann honoriert wird, falls eine individuell erstellte Vermögensplanung keinen provisionsträchtigen Abschluss vorsieht. Auf diese Weise wird das Spektrum der Finanzinstrumente deutlich größer und vielleicht lassen sich dann auch Anlageformen finden, die ohne Verlust wieder gekündigt werden können.
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